Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich

Gudula Walterskirchen

Die Journalistin Gudula Walterskirchen sprach ihrem Publikum aus der Seele und bekam dafür „Standing Ovations“.

5. Mai 2022 / 10:49 Uhr

Gudula Walterskirchen: „Angst ist große Triebfeder für eine totalitäre Gesellschaft“

Journalistin Gudula Walterskirchen wurde erst vor wenigen Wochen von einer Tageszeitung auf die Straße gesetzt, offensichtlich aus dem Grund, weil sie es gewagt hatte, Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu kritisieren. Den Mund lässt sie sich erst recht nicht verbieten – gestern, Mittwoch, präsentierte Walterskirchen ihr Buch mit dem Titel „Wie wir unfrei werden – der Weg zur totalitären Gesellschaft“.
Besucher-Ansturm wie bei einem Bestseller-Autor
Wer am Mittwoch Abend in die Thalia-Buchhandlung Wien-Mitte kam, hätte glauben können, dass hier eine Buchpräsentation von Bestseller-Autor Umberto Eco stattfindet. In dem ohnehin großen Raum wurden immer wieder Zusatz-Stühle aufgestellt, es schien, als würde der Besucher-Ansturm nicht enden wollen. Statt Eco kam Walterskirchen auf die Bühne, eine Frau, die schon bei Fernsehdiskussionen gegen den Mainstream geschwommen ist, wenn es um die Beschneidung von Grund- und Freiheitsrechten während der Corona-„Pandemie“ ging.
Der Faktor „Angst“ als Triebfeder für totalitäre Gesellschaft
Krankheit, Tod und Krieg hätten die Menschen in den vergangenen Jahren am meisten beschäftigt, so Walterskirchen in ihrem beeindruckenden Vortrag, und damit wären die Ingredienzien da gewesen, um eine freie Gesellschaft totalitär werden zu lassen. Der Faktor „Angst“ wäre zur Triebfeder dafür geworden, um die Menschen in eine gewisse Richtung zu bringen. Dieses System sei zwar simpel und schon alt, schon der griechische Philosoph Platon hätte in seiner berühmten Schrift „Der Staat“ eine derartige Gesellschaft entworfen, doch es funktioniere nach wie vor.
Politischer Führer als „Erlöser“
Würden die Menschen in Angst versetzt, wären sie nicht mehr in der Lage, Vernunft walten zu lassen. Und es bräuchte einen „Erlöser“, der sie aus der Angst befreien würde. Einen politischen Führer, dem man nachfolgen könne. Dieser würde dann seine Ziele in schöne Worte kleiden und sie mit viel Moral verdecken. Angst werde verbreitet und genutzt, Propaganda eingesetzt und die Verfassung ausgehöhlt.
Totalitäre Systeme scheinbar zum Wohle der Menschen
Selbst in bisher freien Ländern würden wir Zeitzeugen dieses Wandels werden. Durch die neuen technischen Möglichkeiten der Überwachung, die Globalisierung und die Konzentration riesiger Vermögen würden neue Formen totalitärer Systeme – scheinbar zum Wohle der Menschen – entstehen.
China wurde zum Vorbild
Eine „Pandemie“ habe dazu geführt, dass Grundrechte ausgesetzt und das totalitäre China zum Vorbild stilisiert worden wäre. Fast alle westlichen Regierungen hätten beinahe ohne Widerstand durchsetzen können, dass Freiheit und Persönlichkeitsrechte, Datenschutz und Selbstbestimmung zurückgebaut oder teilweise außer Kraft gesetzt worden wären.
Menschen mit anderer Meinung diffamieren
Jetzt könnte man sagen, so Walterskirchen Richtung Publikum, dass wir in Österreich nicht unfrei wären, „ich kann hier frei reden, kann mich kritisch äußern, ohne Angst vor staatlichen Repressalien haben zu müssen“. Es gäbe aber unterschiedliche Bedrohungs-Szenarien. Walterskirchen nannte den sogenannten Transhumanismus, eine philosophische Denkrichtung, die den Menschen durch den Einsatz technologischer Verfahren „besser machen will“.
Und sie nannte die „innere Bedrohung“, die Menschen mit einer anderen Meinung diskreditieren, sie von der Gesellschaft ausschließen würden. Anmerkung der Redaktion: Unzensuriert hat über zahlreiche renommierte Wissenschaftler berichtet, die – nur weil sie eine konträre Meinung zu Corona hatten – plötzlich bestenfalls diffamiert, im schlechtesten Fall ins „rechte Eck“ gestellt wurden.
Von der Angst nicht lähmen lassen
Wenn aber das Korrektiv nicht zugelassen würde, so Walterskirchen, sei der Irrweg vorprogrammiert. Sie warnte davor, sich an ein totalitäres System zu gewöhnen, denn dann gehe es Schritt für Schritt weiter. Demokratie sei mühsam, einfacher wäre eine Diktatur, doch jeder Einzelne könne dazu beitragen, „dass wir nicht unfrei werden“. Das Publikum bat sie deshalb auch, sich von der Angst nicht lähmen zu lassen.
Das Buch „Wie wir unfrei werden“ ist im Seifert Verlag erschienen und ab sofort im Handel erhältlich.

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