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Peter Pilz / ZackZack

Das rosa-rote Wien lässt Peter Pilz nicht verkommen und förderte sein Medienprojekt ZackZack mit insgesamt 200.000 Euro Steuergeld.

25. April 2022 / 13:22 Uhr

Rosa-rotes Wien förderte Online-Plattform „ZackZack“ von Peter Pilz mit 200.000 Euro

Nicht nur die Bundesregierung bindet Medien mit zum Teil irrwitzigen Förderungen und Inseraten an das Gängelband von Schwarz-Grün, sondern anscheinend auch das rosa-rote Wien. Wie nämlich jetzt bekannt wurde, hat die Stadt Wien in den Jahren 2020 und 2021 insgesamt 200.000 Euro für die Online-Plattform ZackZack des früheren Links-Politikers Peter Pilz zur Verfügung gestellt.
Steuergeld für „österreichische Inhalte auf Türkisch“
Wie Die Presse zuerst berichtete, handelt es sich dabei um Förderungen der Wirtschaftsagentur Wien, einem Fonds der Stadt. Die Wirtschaftsagentur, die zu den Agenden des SPÖ-Finanzstadtrats Peter Hanke gehört, bestätigte der Presse diese Zahlungen:

Im Rahmen der „Wiener Medieninitiative“ wurden Projekte im Qualitätsjournalismus gefördert. ZackZack erhielt zweimal je 100.000 Euro, einmal für „Community Journalismus“ und einmal für journalistische Information über österreichische Inhalte auf Türkisch.

Förderung eines parteipolitischen Mediums
Im allgemeinen Förderdschungel für Medien, der ohnehin kaum noch zu überblicken ist und wofür mittlerweile Unsummen an Steuergelder ausgegeben werden, hat diese Subvention der Stadt Wien einen besonders schalen Beigeschmack, denn mit ZackZack werde ein „parteipolitisches Medium und kein Journalismus“ gefördert, sagte ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner gegenüber der Presse.
„ÖVP-Politiker mit derben Karikaturen der Lächerlichkeit preisgeben“
Die ÖVP-nahestehende Online-Plattform exxpress kritisiert den hohen Zuschuss für den Pilz-Blog daher scharf:

200.000 Euro Steuergeld über die Wiener Wirtschaftsagentur gingen in den vergangenen zwei Jahren an die Online-Plattform des Liste-Jetzt-Gründers Peter Pilz. Der als Politiker gescheiterte Ex-Grüne versucht mit seinem Web-Blog Spender aufzutreiben, um weiterhin hauptsächlich ÖVP-Politiker oder ÖVP-nahe Unternehmer zu kritisieren oder mit derben Karikaturen der Lächerlichkeit preiszugeben.

Bescheidener Erfolg trotz hoher Förderung
Exxpress bezeichnet zudem den Erfolg des nach vielen Monaten bestehenden Online-Mediums von Pilz trotz hoher Zuwendungen der Stadt Wien als „bescheiden“. Da Pilz seine User-Zahlen nicht von der ÖWA (Österreichische Webanalyse) ausweisen lasse, seien die Zahlen der monatlichen Interaktionen auf Social-media-Plattformen die einzige Richtlinie für die Performance dieser Seite. Und da würde es nicht wirklich gut aussehen für den Ex-Grünen: Trotz aller Anstrengungen komme seine Aggro-Website auf knapp 126.000 Interaktionen (Shares & Likes) im März, das wären im Tagesdurchschnitt nicht mehr als 4.200, so exxpress.
Auch ÖVP steckt in dubiosen Anzeigengeschäften
Festzuhalten ist natürlich, dass die ÖVP in Vorarlberg selbst in dubiose Anzeigengeschäfte des Wirtschaftsbundes verwickelt ist. Es könnte also sein, dass die ÖVP in Wien nun versucht, die Medienförderung der SPÖ an Pilz in den Fokus zu rücken.
Schwarz-Grün schüttet 54 Millionen Euro aus
Abseits dieser merkwürdigen Geldflüsse hat auch die schwarz-grüne Bundesregierung wieder einmal die Geldbörse für Medien weit geöffnet. Neben der Presseförderung und einer Inseratenflut – etwa für die Impfkampagne – werden 54 Millionen Euro (!) an neuer Digitalförderung vergeben. Man könnte glauben, dass – wenn es um „gute Presse“ geht – das Geld abgeschafft wurde. Und das ist gerade in Zeiten, in der sich immer weniger Menschen das Leben leisten können, besonders zynisch.

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