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Christian Kern

Der ehemalige SPÖ-Bundeskanzler und Ex-Verbund-Vorstand Christian Kern überraschte im ORF mit Aussagen über enorme Gewinne der Energieunternehmen im Kriegsfall.

4. April 2022 / 10:46 Uhr

Kern über Energieunternehmen: „Die wissen nimmer mehr, wo sie das Geld verstecken!“

Eine ungeheure Behauptung, die im Mainstream aber völlig unterging, stellte der frühere SPÖ-Bundeskanzler und ehemalige Vorstand im Verbund, Christian Kern, auf. Die Energieunternehmen würden gar nicht mehr wissen, wo sie ihr Geld verstecken können.
Ex-Verbund-Vorstand Kern plauderte aus der Schule
Diese Aussage tätigte Kern gestern, Sonntag, in der ORF-Sendung „Im Zentrum“. Unter dem Titel „Rubel, Gas, Krieg – Wer gewinnt den Energiepoker“ diskutierten die Gäste über die Abhängigkeit von russischen Erdgaslieferungen. Wirklich spannend wurde es aber erst zum Schluss, als Kern plötzlich aus der Schule plauderte – man höre und staune:

Die Zahl der Österreicher, die sich Energie nicht mehr leisten werden können, wird sich in den nächsten Wochen verdoppeln.
Andere machen gewaltige Gewinne und Profite. Das Wesen sozusagen dieser Spekulation mit Energie und Rohstoffen ist ja, wenn die Kanonen donnern, dann wird es interessant. Da sind Geschäftsmodelle dahinter, und die muss man durchbrechen.
Ich war selbst Vorstand eines großen Energieunternehmens (Verbund, Anm. d. R.), und ich weiß, wie dort die Bilanzen gestellt werden. Die wissen nimmer mehr, wo sie das Geld verstecken, sage ich Ihnen.
Das zersetzt unsere Gesellschaft. Es geht einfach nicht, dass manche mit diesen Spekulationen Gewinne machen und andere zuhause sitzen und Sorgen über ihre Zukunft haben.

Offene Worte werfen Fragen auf
Diese offenen Worte von Kern werfen freilich Fragen auf. Warum sagt er das erst jetzt, und warum hat er das nicht als Verbund-Vorstand oder später als SPÖ-Bundeskanzler geändert? Wenn die Energieunternehmen so viele Gewinne machen, dass sie „nimmer wissen, wo sie das Geld verstecken“, hätte Kern gerade als sozialdemokratischer Bundeskanzler dies verhindern müssen.
Kickl: „Finanzminister kann nicht Gewinner dieser Krise sein“
Kerns ORF-Aussprüche machen aber auch Hoffnung für die Energiepreise. Stimmen seine Aussagen, könnte die Regierung bei den staatsnahen Unternehmen die „in den Bilanzen versteckten Gelder“ suchen und diese der Bevölkerung, etwa durch Preisreduktion, weitergeben. Zudem könnte Schwarz-Grün die Forderung von FPÖ-Parteichef Herbert Kickl umsetzen, die Mehrwertsteuer auf Strom, Gas und Heizöl von derzeit 20 Prozent zu halbieren. Es könne ja nicht sein, so Kickl, dass der Finanzminister der Gewinner dieser Krise sei. Zudem sollte es einen Preisdeckel bei staatlichen und landeseigenen Energieversorgern geben.
Verbund erhöht trotz Rekordgewinn Preise
Aber was macht die Regierung? Sie schaut zu, wie der staatsnahe Energieanbieter Verbund trotz Rekordgewinn von zwei Milliarden Euro im Mai die Strom- und Gaspreise erhöht – und andere Energieversorger wie etwa die EVN tun das gleiche. Unzensuriert berichtete.

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