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Alma Zadić / Universität Wien

Nach einer Plagiatsanzeige prüft nun auch die Universität Wien die Doktorarbeit der grünen Justizministerin Alma Zadić.

15. März 2022 / 09:32 Uhr

Hat Justizministerin Zadić bei Doktorarbeit geschwindelt? Universität Wien prüft Aberkennung

Nun wird es eng für die grüne Justizministerin Alma Zadić. Nach schweren Vorwürfen (Zadić habe bei ihrer Doktorarbeit geschwindelt) und einer Plagiatsanzeige im Februar 2022 bei der Universität Wien, hat diese nun ein Prüfverfahren eingeleitet.
Gestern, Montag, teilte die Uni Wien in einer Pressemeldung mit, dass nun internationale Gutachter für die Prüfung gesucht würden. Mit einem Ergebnis wäre in einigen Monaten, voraussichtlich nach dem Sommer, zu rechnen. Es bestehe der Verdacht, dass Teile der von Zadić 2017 eingereichten Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades plagiiert sein könnten.
Hinweise für Plagiatsverdacht
In der Pressemeldung der Uni heißt es weiter:

Die Universität Wien ist den Kriterien der wissenschaftlichen Redlichkeit verpflichtet. Diese gelten für jede wissenschaftliche Arbeit, unabhängig von Fach und Person. Bei Hinweisen auf Plagiatsverdacht bei Arbeiten, für die bereits ein akademischer Grad vergeben wurde, prüft die Universität Wien und leitet ein Verfahren ein, wenn es möglich erscheint, dass die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis nicht eingehalten worden sein könnten.

Gruppe von Wissenschaftlern erstellte ein Gutachten
Über mögliche Täuschungs-Vorwürfe der heutigen Justizministerin bei ihrer Doktorarbeit hat Exxpress zuerst berichtet. Das Onlinemedium, bei dem die ehemalige ÖVP-Kabinettsmitarbeiterin Eva Hieblinger-Schütz als Geschäftsführerin fungiert, hat von einer vierköpfigen Gruppe von Wissenschaftlern ein Gutachten über die Dissertation erstellen lassen.
73 Plagiatsteile gefunden
Exxpress hat das ganze Gutachten, immerhin 44 Seiten, online gestellt. Es seien gleich 73 Plagiats-Teile gefunden worden, so das Medium, das zusätzlich auch den deutschen „Plagiatsjäger“ Martin Haidingsfelder bat, das Gutachten des österreichischen Wissenschafts-Teams zu überprüfen. Dieser fand harte Worte für die Justizministerin:

Wenn Sie Charakter hat, dann tritt sie zurück.

Laut Exxpress wolle das Wissenschafts-Team anonym bleiben, denn zu groß sei die Sorge, von linkslastigen Medienvertretern untergriffig attackiert und mit Rufschädigungen überzogen zu werden.
Zadić begrüßt Uni-Prüfung
Aus dem Büro von Zadić hieß es gegenüber der APA, dass man über die Einleitung des Verfahrens verständigt worden sei:

Wir begrüßen, dass die anonymen Vorwürfe damit objektiv durch Wissenschaftler:innen überprüft und ausgeräumt werden können.

Auch ÖVP-Familienministerin im Fokus der „Plagiatsjäger“
Alma Zadić ist übrigens nicht das einzige Regierungsmitglied, gegen das Plagiatsvorwürfe im Raum stehen. „Plagiatsjäger“ Stefan Weber hat auf seinem Blog plagiatsgutachten.com behauptet, dass ÖVP-Familienministerin Susanne Raab die wissenschaftlichen Grundregeln ihres Fachs nicht beherrscht habe.
Ob sie „getäuscht“ habe oder nicht, erscheine ihm nicht wichtig, so Weber. „17 Plagiatsfragmente“ habe er „auf 84 Seiten Fließtext gesichert, im Umfang von oft bis zu einer halben Seite.“ Davon betroffen seien auch ein Absatz des eigenen Fazits sowie Hypothesen. „Lästige Fehler“ will Weber ebenfalls festgestellt haben, so sei der österreichische Psychiater Viktor E. Frankl in Raabs Diplomarbeit zu „Frank“ geworden.
Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

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