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Wer ist es eigentlich, der die Treibstoffkrise ausgelöst hat? Wer profitiert davon am meisten?

11. März 2022 / 13:46 Uhr

Unverschämte Abzockerei: Wer von den explodierenden Benzinpreisen wirklich profitiert

Fassungslos stehen Autofahrer derzeit vor den Zapfsäulen der Tankstellen. Täglich klettern die Preise für die Treibstoffe Benzin und Diesel nach oben.
Suche nach dem Schuldigen, aber nicht nach dem Profiteur
In den Mainstream-Medien wird erklärt: Der „böse“ Putin, Russlands Präsident, ist daran schuld, weil er in die Ukraine einmarschiert ist. Vergessen wird dabei geflissentlich, zu erwähnen, wer der Profiteur der hohen Treibstoffpreise ist: nämlich (in erster Linie) der Staat.
Denn mit jedem Liter Kraftstoff, der in einen privaten Autotank fließt, wandern erkleckliche Geldbeträge in die Kassen des Finanzministers – mehr als in die Kassen der Mineralölfirma und des Treibstoffherstellers!
Kräftiges Plus an Mehrwertsteuer
So lag 2021 der Steueranteil, also der Anteil von MöSt und MwSt, bei Benzin im Durchschnitt bei 54 Prozent, bei Diesel bei 49 Prozent. 2021 wurden 1,9 Milliarden Liter Benzin und 7,8 Milliarden Liter Diesel verbraucht. Bei einem Durchschnittspreis von 1,20 Euro, ergibt das rein rechnerisch einen „Gewinn“ des Staates von 5,95 Milliarden Euro.
Jede Preissteigerung bei den Treibstoffherstellern bringt daher zu allererst dem Staat ein kräftiges Plus bei den Steuereinnahmen. Durch die sprudelnden Spritpreise kommt der Finanzminister so zu viel mehr Geld, als er ursprünglich geplant hatte. Balsam für die maroden Kassen.
Kreativ beim Steuereintreiben

Tankt man heute 60 Liter Benzin, so zahlt man dafür an der Tankstelle oft schon 120 Euro. Davon gehen insgesamt 48,92 Euro an Steuern an den Finanzminister und „nur“ 71,08 Euro an die Mineralölfirma.
Und ab Juli kommen nochmals neun Cent pro Liter Diesel und acht Cent pro Liter Benzin obendrauf. Dazu kommt noch die NoVA, die motorbezogene Versicherungssteuer, Parkraumabgabe, Mehrwertsteuer beim Kauf und bei Reparaturen und der Preis für die Vignette. Schon jetzt zahlt deshalb ein Autofahrer bereits über 2.000 Euro jährlich an Steuern, wenn er einen Mittelklassewagen besitzt und um die 20.000 Kilometer fährt.
Verantwortung abgeschoben
Wenn Österreichs Autofahrer jetzt also über die hohen Treibstoffkosten klagen, sollten sie wissen, wer an den Stellschrauben sitzt und wer der wirkliche Profiteur davon ist, der die Verantwortung für das Problem noch dazu geschickt jemand anderem umgehängt hat. Denn auch ist klar: Russland hat die Lieferung von Erdöl und Erdgas nicht eingestellt. Der Westen hat generös erklärt, darauf verzichten zu können.

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