Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich

Öffentlich bezeichnete das angeblich neutrale Rektorat der Universität Wien die „Politik Putins“ als „verbrecherisch“.

10. März 2022 / 23:04 Uhr

„Verbrecherische Politik Putins“: Universität Wien schießt öffentlich gegen Russland und dessen Staatsoberhaupt

Mit Erstaunen reagierten nicht wenige Studenten dieser Tage auf eine offizielle Aussendung des Rektorates der Universität Wien zur aktuellen Krise in der Ukraine. Darin wurde in geradezu parteiisch-polemischem Tonfall über Russland und dessen Staatsoberhaupt Wladimir Putin hergezogen, obwohl es sich in dem Rundschreiben eigentlich, zumindest laut Titel, um „Unterstützungsangebote“ für Ukrainer gehen sollte.
Solidarität mit „Kampf für Freiheit und Demokratie“
Gleich in der Einleitung wird in martialischem Ton betont, dass sich die Universität Wien „mit dem ukrainischen Volk in seinem Kampf für Freiheit und Demokratie“ solidarisiere. Immerhin würden 1.200 Studenten aus der Ukraine an der Universität studieren. Übe die Zahl russisch-stämmiger Studenten und deren Dilemma sagte man nichts.
Nicht wenige deuteten diese Worte auch als eine Art der indirekten Werbung für das Söldner-Anwerbeprogramm der ukrainischen Regierung, an dem sich sogar die ukrainische Botschaft in Wien beteiligen dürfte, wir berichteten.
„Verbrecherische Politik Putins“
Im weiteren Verlauf der Einleitung wurde die Tonalität dann sogar untergriffig. Wladimir Putin, immerhin gewähltes Staatsoberhaupt eines souveränen Staates, bezichtigte man einer „verbrecherischen Politik“:

Wir haben hohen Respekt vor all jenen Menschen in und aus der Russischen Föderation, die sich gegen die verbrecherische Politik Putins stellen.

Im gleichen Atemzug betonte man in der Aussendung allerdings auch, dass „an der Universität ein Raum für ein friedvolles Miteinander – unabhängig von der Staatsangehörigkeit – herrscht“.  Wie das zusammenpasst, weiß vermutlich nur das Rektorat selbst.
Rektorat schweigt zu skandalösen Aussagen
Unzensuriert konfrontierte die Leitung der Universität Wien mit der skandalösen Aussendung, alleine schon aufgrund des Neutralitätsgebotes einer international angesehenen Bildungseinrichtung. Wir wollten unter anderem wissen, was mit der „verbrecherischen Politik Putins“ genau gemeint war, ob die Universität die Kampfhandlungen in der Ukraine sowie das Anwerben von Söldnern gutheißt, und ob das Rektorat auch bei anderen militärischen Konflikten in der Vergangenheit dermaßen polemisch und öffentlich Kritik an Staatsoberhäuptern geübt hat, beispielsweise bei den Nato-Kriegen in Libyen oder dem Irak.
Eine Antwort der Universitätsleitung blieb aus.

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