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Im Bild eine zerstörte Wohnung in Mykolajiw im Südosten, wo die Russen aktuell auf heftigen Widerstand stoßen. Das Bild wurde von einem Anrainer aufgenommen.

7. März 2022 / 12:49 Uhr

Zweite Welle der russischen Offensive gestartet

In einer ersten Angriffswelle, beginnend am 24. Februar, hatte Russland mit rund 70.000 Soldaten die Ukraine angegriffen. Nachdem sich durch die erfolgreiche Verteidigung der Ukrainer der russische Angriff zuletzt an allen Fronten festgefahren hatte, griff nun Russland in einer zweiten Welle mit erneut rund 70.000 Soldaten an.
Gesamtes russisches Kontingent im Einsatz
Somit befinden sich nun etwa 140.000 russische Soldaten in der Ukraine im Angriffskrieg. Dies entspricht weitgehend den Truppen, die Russland im Vorfeld an der ukrainischen Grenze zusammengezogen hatte. Somit befindet sich nun das gesamte geplante russische Kontingent im Einsatz. Wie Caitlin Dornboos von den US-amerikanischen Stars and Stripes auf „Twitter“ berichtet, gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass die russische Armee, die rund drei Millionen Soldaten zur Verfügung hat, weitere Kräfte für den Ukraine-Krieg mobilisiert.
Neue, geschicktere Taktik von Russland
Durch die zweite Angriffswelle kam erneut eine Dynamik in den Krieg. Russland scheint dazugelernt zu haben und verändert seine Taktik. Zuvor hatten die russischen Truppen versucht, ohne strategische Planung einfach in die größeren Städte direkt einzumarschieren. Sie schienen mit keinem größeren Widerstand der Ukraine zu rechen. Nun nutzen die Truppen ihre Mobilität im großen Gelände und versuchen, die Städte einzukreisen, um einen tödlichen Kessel zu bilden. Damit planen die Truppen, wie auch der Münchner Merkur berichtet, die Städte von der Außenwelt abzuschneiden und durch heftige Bombardierungen ihre Moral zu brechen.
Kiew: Russland vor Stadtgrenze
Gestern, Sonntag, machte Russland an allen Fronten Vorstöße. In Kiew wurden nun die umkämpften Vororte, in denen bereits hunderte russische Soldaten gefallen sind, umgangen. Russland stieß in einem größeren Bogen nach Süden vor und besetzte erstmals die wichtigste Autobahn Kiews nach Westen, die M6. Die russische Armee steht momentan im Westen an der Kiewer Stadtgrenze. Vom Osten aus ist jedoch gleichzeitig eine größere russische Kolonne Richtung Hauptstadt unterwegs, die sich noch rund 15 Kilometer vor der Stadtgrenze befindet. Wie die Tagesschau berichtet, erwarten die Kiewer bereits den Großangriff.
Erfolge im Osten
Im Osten hat Russland seit gestern einige kleinere Orte erobert. Die Gewinne befinden sich zum größten Teil in den Oblasten Sumy und Lugansk. Die größere Stadt Sumy (Verwaltungssitz der gleichnamigen Region) wurde fast komplett von Russen eingekesselt. Im Norden des Oblast Lugansk wurde eine Reihe an Orten erobert. Wie der Kurier berichtete, plant Putin damit, auch die bisher von der Ukraine kontrollierten Gebiete innerhalb der Oblaste Lugansk und Donezk an die Volksrepubliken anzuschließen. Im Osten befinden sich neben der regulären russischen Armee auch noch die Streitkräfte der selbsternannten Volksrepubliken Lugansk und Donezk, die zusätzlich rund 35.000 Soldaten stellen.
Heftiger Widerstand im Süden
Auch im Süden toben indes große Gefechte. Im Südosten ist die strategisch immens wichtige Hafenstadt Mariupol immer noch kurz davor, komplett eingekesselt zu werden. Wie unzensuriert berichtete, könnte eine Einnahme der Stadt entscheidend für die gesamte Region sein. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, treffen im Südwesten aktuell russische Truppen in der Stadt Mykolajiw auf heftigen Widerstand. Ihr eigentliches Ziel, Odessa, ist noch 130 Kilometer entfernt.
Die Frontverläufe basieren vergleichend auf Meldungen sowohl seitens der Ukraine, als auch seitens Russlands, sowie von Pressebeobachtern aus Drittstaaten. Die Angaben lassen sich nicht seriös auf exakte Richtigkeit überprüfen.

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