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Demo Innsbruck 9. Jänner

Während die Proteste gegen die Corona-Politik der Regierung anhalten (im Bild die gestrige Demo in Innsbruck), bröckelt auch der Rückhalt der Medien für Nehammer und Co. – vor allem bei der Impfpflicht.

10. Januar 2022 / 10:45 Uhr

Proteste reißen nicht ab: Zehntausende Menschen sorgten in Wien und Innsbruck für eindrucksvolle Bilder

„Wer demonstriert eigentlich noch gegen die Corona-Politik“, fragte die Kleine Zeitung am 4. Jänner und kam zum Schluss: „Es bleiben nur noch die Radikalen übrig“. Diese Expertise straften am Wochenende zehntausende Menschen in Wien und in Innsbruck Lügen.
Auch viele geimpfte Maßnahmenkritiker
Von beiden durchwegs friedlichen Veranstaltungen gibt es beeindruckende Bilder. Am Samstag versammelten sich trotz bitterer Kälte – auch viele geimpfte – Maßnahmenkritiker auf verschiedenen Plätzen, um anschließend geschlossen über den Ring zu marschieren. Dieser Protestmarsch von mehr als 40.000 Teilnehmern (offizielle Angabe der Polizei) dauerte bis in die Abendstunden hinein. Botschaft: Nein zur Impfpflicht, weg mit dieser Regierung! Hier Aufnahmen des Fotografen Alois Endl:

Mit FPÖ-Spitze durch die Straßen in Innsbruck
Einen Tag später das gleiche Bild in Innsbruck. Tausende Menschen drängten sich zuerst auf dem Landhausplatz und marschierten dann gemeinsam mit FPÖ-Parteichef Herbert Kickl, FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz und FPÖ-Tirol-Chef Markus Abwerzger durch die Straßen der Tiroler Hauptstadt. Auch hier hat Fotograf Alois Endl beeindruckende Bilder gemacht:


„Sie fürchten sich vor uns“
Kickl sagte in seiner umjubelten Rede in Innsbruck:

Ich steh‘ stabil da vor euch, und die Regierung wackelt. Sie wird das 2022er-Jahr nicht überleben. Sie fürchten sich vor uns, weil wir die Freiheit und Wahrheit lieben. Bevor wir uns gegen unseren Willen impfen lassen, sorgt die Bevölkerung für Neuwahlen.

Der FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger, geimpft und genesen, polterte ebenfalls gegen die Impfpflicht:

Das, was mit uns gemacht wird, passt auf keine Kuhhaut. Das lassen wir nicht mit uns machen.


„Kampf gegen korrumpiertes System“
Für Kickl war die Veranstaltung in Innsbruck, wo er zum meist fotografierten Teilnehmer wurde, ein „eindrucksvoller Demo-Tag“, der einmal mehr gezeigt habe, „dass wir richtig liegen, wenn wir für die Menschen gegen ein korrumpiertes System aus Machterhalt kämpfen“.
Medialer Rückhalt bröckelt
Während sich der FPÖ-Parteichef also den Menschen anschließt, um mit ihnen gemeinsam gegen die Corona-Politik auf die Straße zu gehen, bröckelt zusehends der mediale Rückhalt für die sture Haltung von ÖVP-Bundeskanzler Karl Nehammer und seinen grünen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein, die an der Impfpflicht partout festhalten wollen.
Schon am vorigen Wochenende war Krone-Chefredakteur Klaus Herrmann in seinem Kommentar auf die Linie von Herbert Kickl eingeschwenkt. Unzensuriert berichtete. Gestern, Sonntag, legte Herrmann nach und zitierte im Zusammenhang mit der Impfpflicht aus der Glosse des Krone-Satirikers „Herr Nimmerwurscht“:

Experten rechnen mit einem Kompromiss bei der Impfpflicht. Vermutlich gilt sie nur an ungeraden Tagen.

Zuvor hatte „Herr Nimmerwurscht“ bereits Kritik an der Regierung geübt, er bemerkte zur Corona-Infektion von Nehammer:

Endlich fällt die Regierung positiv auf. Auch wenn sie nur positiv getestet ist.

„Impfpflicht wird zum Scherz-Gesetz“
Aber auch die Fellner-Postille oe24 ist anscheinend nicht mehr auf derselben Welle wie die schwarz-grüne Regierung. Wegen des Chaos bei der technischen Umsetzung titelte oe24:

Impfpflicht wird zum Scherz-Gesetz.

Und Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner schrieb in seinem Kommentar „Das sagt Österreich“:

Diese Regierung ist mit ihrer Corona-Politik nur noch peinlich.

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