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Neu, modern, zeitgemäß und todsicher, damit hatte man vor 20 Jahren viele Österreicher zu Fremdwährungskrediten überredet – und ihre Existenz bedroht.

25. Dezember 2021 / 12:03 Uhr

Fremdwährungskredite: Das teure Spiel mit naiven Häuslbauern

Sie wurden den Österreichern als todsichere und bestimmt günstige Kreditform für den Erwerb eines Eigenheims schmackhaft gemacht und verkauft, die Fremdwährungskredite. Jeder Dritte vertraute dieser vermeintlich vorteilhaften Finanzierung.
Schweizer Wirtschaft stärker als EU
Der Großteil der Geldsummen wurde in Schweizer Franken aufgenommen. Doch schon bald zeigte sich, dass diese hoch spekulative Form der Finanzierung den Gutgläubigen teuer zu stehen kam. Denn – wie erwartet – stürzte der Euro gegenüber dem Schweizer Franken ab, da die Schweizer Wirtschaft seit jeher stark ist und die EU mit ihren süd- und osteuropäischen Mitgliedsstaaten natürlich abhängt.
Dadurch stieg jedoch die Kreditschuld der Betroffenen in schwindelerregende Höhen. Privatkonkurse, Versteigerungen und gescheiterte Existenzen waren die Folge. Man zog die Notbremse: Seit 2008 dürfen neue Krediten nur noch in Euro vergeben werden.
Teure Umschuldung
Doch das Kind war schon in den Brunnen gefallen und tausende Österreicher in ihrer Existenz bedroht. Nun versuchten die Häuslbauer – nochmals gegen gutes Geld für diese Beratung – aus dem Fremdwährungskredit wieder auszusteigen, sodass heute „nur“ mehr 7,7 Prozent aller Kredite in Fremdwährungen, zu 96,2 Prozent in Schweizer Franken und nahezu alle anderen in japanischen Yen, angelegt sind.
Allein im Jahr 2020 wurden 450 Millionen Euro umgeschuldet. Aktuell stehen noch 9,74 Milliarden Euro in Form von Fremdwährungskrediten in den Büchern, wie die Finanzmarktaufsicht (FMA) mitteilte. Das sind 18,7 Prozent von der ursprünglichen Kreditsumme.

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