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Falschnachrichten

Mit Hilfe der „künstlichen Intelligenz“ möchte das Projekt „defalsif-AI“ Falschmeldungen erkennen – ein relativer Begriff, wenn man sich das Mediengeschehen genauer anschaut.

13. Dezember 2021 / 13:17 Uhr

APA und ORF wollen Falschmeldungen bekämpfen – auch im eigenen Haus?

Die APA und der ORF beteiligen sich an einem Forschungsprojekt zur Erkennung von Falschinformationen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz. Ob sich die beiden Medienunternehmen da nicht selbst in Bedrängnis bringen?
„Fake News“ gefährden Demokratie
In einer APA-Aussendung wird die Unterstützung der beiden Medienunternehmen so argumentiert:

Immer öfter stößt man auf fragwürdige Inhalte und potenzielle Fake News, die im äußersten Fall sogar Demokratien gefährden können.

Falschmeldung über verstorbenen Musiker
Die Projektpartner hätten das Ziel, langfristig die Resilienz gegenüber „Fake News“ aller Art in ihren Newsrooms zu stärken. Das ist tatsächlich schon dringend notwendig. Zuletzt saß der Mainstream samt ORF einer besonders geschmacklosen Falschmeldung auf, als man den Tod des „Fidelen-Mölltaler“-Sängers Ludwig Ladstätter in Zusammenhang mit einer FPÖ-Veranstaltung in Wolfsberg, Kärnten, brachte. Als der Bruder des am Coronavirus verstorbenen Musikers beim Kurier einen Zusammenhang ausschloss und sagte, dass sich Ludwig Ladstätter im Krankenhaus angesteckt habe, fanden es die TV-Stationen und der Blätterwald nicht notwendig, ihre Falschmeldungen zu berichtigen.
Politische motivierte Manipulationen nicht erkennbar
Solche Manipulationen, um einen politischen Mitbewerber – in diesem Fall die FPÖ – zu schädigen, werden auch mit „künstlicher Intelligenz“ nicht festzustellen sein. Nachzurecherchieren, was der Mainstream so verzapft, ist offensichtlich nicht Teil des Projektes.
Zuwachs bei Bienen, trotzdem Volksbegehren gegen Bienensterben
Schade, denn sonst könnten sich die Medienkonsumenten auf objektivere Berichterstattung freuen und würden nicht – wie in Bayern – einem besonderen Fall von „Fake News“ aufsitzen. In bestem Umweltschutzgedanken haben sie das “Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen!” unterschrieben. Eine Aktion gegen das Bienensterben mit tatkräftiger Unterstützung der Grünen – doch dann kam die Meldung des Imkerbundes: Die Anzahl der Bienen sei in den Jahren 2013 bis 2018 um fast 20 Prozent gewachsen. Auch im gesamten Bundesgebiet nimmt die Zahl der Bienenvölker seit 2013 kontinuierlich zu, statt ab, wie es die Medien aktuell suggerieren.
Fotomontage über Sternsinger mit Masken
Ein kurioses Beispiel von „Fake News“ leistete sich auch die Kronen Zeitung, als sie im November 2020 unter einem Artikel über den Nikolo ein Bild von Sternsingern mit Masken veröffentlichte. Allerdings war im Jänner 2020 noch keine Rede vom Coronavirus gewesen – also mussten die Sternsinger auch keine Masken tragen.
Unwahrheiten nicht nur im Internet
Die Reihe von Falschmeldungen könnte man unendlich weiterführen – und man kommt bei den Recherchen drauf, dass sie nicht nur im Internet kursieren, sondern auch in den angeblich seriösen Medienunternehmen.
Entschuldigung von Facebook, aber nicht von oe24
Im April hatte die Tageszeitung oe24 eine Unwahrheit über unzensuriert verbreitet: Sie behauptete, dass die Internet-Plattform im Jahr 2018 wegen eines antisemitischen Postings von Facebook gesperrt worden war. Ein Anruf in der Redaktion von unzensuriert hätte aber genügt, um diese Falschmeldung zu vermeiden. Wahr ist, dass es tatsächlich eine Sperre gab, allerdings hatte Facebook einen Fehler gemacht und sich dafür auch entschuldigt, wie folgt:

Anscheinend haben wir einen Fehler gemacht und etwas entfernt, das du auf Facebook gepostet hast und das nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen hat. Das tut uns leid. Wir wollten dir mitteilen, dass wir deinen Inhalt wiederhergestellt und alle Sperren für dein Konto aufgrund dieses Versehens entfernt haben.

Auf eine Entschuldigung für diesen peinlichen Fehler von oe24 warten wir bis heute.
Ärzte Woche berichtigte Fehler
Doch es gibt auch ein positives Beispiel: Die Ärzte Woche hatte unzensuriert zu Unrecht „Fake News“ unterstellt und war sich nicht zu schade, diesen Fehler zuzugeben und die Falschmeldung in der nächsten Ausgabe zu berichtigen.

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