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Jan_Böhmermann

Satiriker Jan Böhmermann brachte viele Grauslichkeiten österreichischer Realpolitik – neue Enthüllungen, die mit Spannung erwartet wurden, waren aber nicht dabei.

8. Mai 2021 / 01:09 Uhr

Böhmermann brachte im ZDF ein Sammelsurium österreichischer Realsatire

Die Ankündigung von Jan Böhmermann auf „Twitter“ für seine satirische ZDF-„Magazin-Royal“-Sendung Freitagnacht hat mehr versprochen als gehalten. Über ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel berichtete Böhmermann nichts Neues, allerdings brachte er in einer Österreich-Spezialsendung viele Sünden der türkisen Regierung des „Penatenkanzlers“ Sebastian Kurz. Penaten waren in der römischen Religion Schutzgötter der Familien und deren Haushalt.

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Spannende Ankündigung

Böhmermanns Nachricht auf „Twitter“ ließ einiges vermuten:

Noch hat Gernot Blümel Zeit zurückzutreten , ohne dass es aussieht , als wäre das @zdfmagazin Schuld daran. P.S.: HUCH! Heute ist ja unsere letzte Sendung vor der Sommerpause. Um 23 Uhr im @ZDF!

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ÖVP-Politiker spielten peinliche Hauptrollen

Tatsächlich aber wurde nichts Neues aufgedeckt, sondern ein Sammelsurium österreichischer Realsatire gesendet, in der ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz, ÖVP-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel ungewollt peinliche Hauptrollen spielten.

Böhmermann attackierte Kurz auf seine persönliche satirische Art, warf ihm vor, Regierung, Medien, Parlament und Justiz in seine Macht bringen zu wollen. In die Regierung habe er nicht Experten geholt, sondern unerfahrene, treue Weggefährten.

Beschuldigter als U-Ausschuss-Vorsitzender

Böhmermann brachte Beispiele, wie Kurz die Medien beherrscht und konnte es nicht fassen, wie Parlamentspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP), der im „Ibiza“-Untersuchungsausschuss selbst unter Verdacht steht, Spendengelder kassiert zu haben, als Vorsitzender dieses Ausschusses fungieren kann – und dann noch die Wahrheitspflicht in diesem Gremium abschaffen möchte.

Laptop im Kinderwagen

Im Wesentlichen wurde aber nichts gezeigt, was in Österreich nicht schon bekannt war. Die Deutschen aber werden sich wundern, was in ihrem Nachbarland alles möglich ist, seit Sebastian Kurz an der Macht ist. Eine Werbung für Anstand und seriöse Politik war das jedenfalls nicht. Auch wenn das Gezeigte unter dem Deckmantel der Satire lief, waren die Peinlichkeiten, wie zum Beispiel das Spazieren fahren des Laptops im Kinderwagen der Frau von ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel während der Hausdurchsuchung, derzeitige österreichische Realpolitik.

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