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Donald Trump findet auch bei den strenggläubigen Amischen Anklang.

26. Juli 2020 / 18:06 Uhr

Das Zünglein an der Waage: Donald Trump kann auf Amische in den „Swing States“ zählen

Von europäischen Medien offensichtlich völlig unbeachtet, fand Ende 2019 ein Treffen im Weißen Haus statt, das einige US-Medien als „historisch“ einstuften. US-Präsident Donald Trump empfing gemeinsam mit Vizepräsident Mike Pence und weiteren Vertretern der US-Regierung vier Repräsentanten der christlichen Glaubensrichtung der Amischen. Es war wohl das erste Mal seit über hundert Jahren, dass ein Vertreter dieser besonders strengen Ausrichtung des Christentums im Weißen Haus empfangen wurde. Dabei ging es um politische Fakten und Anliegen.

Die größte Gruppe von Amischen lebt im Staat Pennsylvania, die zweitgrößte Gruppe im Staat Ohio und die drittgrößte im Staat Indiana. Genau diese drei Staaten gehören zu den heftig umkämpften „Swing States“ der amerikanischen Präsidentschaftswahl, wo der Wahlausgang im Vornherein unsicher ist und schon ein kleiner Wähleranteil entscheiden kann, wer die Wahlmänner und -frauen aus diesem Bundesstaat bei der Präsidentschaftswahl erhält.

Schon längeres Nahverhältnis

Bereits bei der Wahl 2004 konnte verschiedenen Berichten zufolge der damalige republikanische Amtsinhaber, George W. Bush, auf eine bemerkenswerte Unterstützung bei den Amischen bauen. Im Wahlkampf 2016 fand dann ein regelrechter republikanischer Zielgruppenwahlkampf statt, um Amische für Donald Trump an die Wahlurnen zu bringen.

Gerade moralische Anliegen wie das gemeinsame Nein zur Abtreibung und das Eintreten für (kleine) Selbständige dürften dem Republikaner Trump schon damals Sympathien bei diesen konservativen Christen gesichert haben. Längst hat die republikanische Wählermobilisierung unter den Amischen für die Präsidentschaftswahlen 2020 begonnen. Den Amischen wird zugetraut, auch heuer wieder eine ziemlich wichtige Rolle bei den Präsidentschaftswahlen zu spielen.

Keine Mainstream-Amerikaner

Die solchermaßen positiv mit Präsident Donald Trump und der Republikanischen Partei verbundenen Amischen sind dabei alles andere als Durchschnittsbürger der Vereinigten Staaten. Dem technischen Fortschritt stehen sie bekanntlich betont skeptisch bis ablehnend gegenüber. Sie treten klar für allgemeinen Lebensschutz und für die traditionelle Familie ein. Als besonders mutig werden von vielen Außenstehenden die strikte Ablehnung militärischer Gewalt und das Festhalten an der deutschen Sprache angesehen. Genau solche im aufrichtigen Sinne christlichen Pazifisten haben keine Schwierigkeiten, mit Donald Trump und seinen Republikanern gut zusammenzuarbeiten.

Ihre Prinzipientreue ist den Amischen dabei offensichtlich nicht schlecht bekommen. Wie man sogar in einem Wikipedia-Beitrag nachlesen kann, nahm die Zahl der Mitglieder der amischen Hauptrichtung vom Jahre 1920 bis zum Jahre 2019 von 5.000 auf 341.900 zu!

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